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Enchenreuth

Pfarrei Enchenreuth                                                                                                   
St. Jakobus der Ältere
St. Jakobus der Ältere

Ein herzliches „Grüß Gott“ von der Pfarrei „St. Jakobus den Älteren“ in Enchenreuth!

Wir möchten Ihnen gerne unsere traditionsreiche Pfarrei kurz vorstellen und würden uns freuen, Sie bei uns begrüßen zu dürfen.

Geschichte der Pfarrei Enchenreuth

Enchenreuth ist eine Siedlung des 12. Jahrhunderts, die vom Bamberger Vasallen Enico gegründet wurde. 1353 wurde die kleine Siedlung zum Markt erhoben. Damals dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon hier eine kleine Kirche als Filialkirche von Presseck gestanden haben.

Nachdem Presseck, Grafengehaig und Helmbrechts dem katholischen Glauben verloren gingen und lutherisch wurden, blieb Enchenreuth aber dem alten Glauben treu. Dies ergab zwangsläufig häufig Reibereien und endete oft in tätlichen Angriffen, Raubzügen, Brandschatzungen und Plünderungen. Die Enchenreuther holten sich auf eigenen Faust in Kulmbach einen Pfarrer, trennten sich 1553 von ihrer bisherigen Hauptkirche Presseck und wurden eigenständige Pfarrei. Dieser erste Geistliche in Enchenreuth war Pfarrer Johann Thüssel, der bis 1581 hier wirkte.

Enchenreuth erhielt einen Vogt und wurde erzbischöfliches Halsgericht. Damit setzte der Bamberger Fürstbischof Weigand von Redwitz ein Zeichen. Enchenreuth wurde für seine Treue zu Bamberg aufgewertet. Die neue Lehre aber wurde von den Enchenreuthern abgelehnt. Sie blieben katholisch und widersetzten sich energisch allen Bemühungen diesen Zustand zu ändern.

Eine zweite, etwas größere Kirche, brannte 1635 ab. Aufgrund der allgemeinen Armut konnte erst 1648, also 13 Jahre später, das dritte Gotteshaus seiner Bestimmung übergeben werden.

Pfarrer Johann Eschbaumer, ein sehr energischer und resoluter Mann, ließ diese anscheinend baufällig gewordene Kirche sowie den seiner Meinung nach viel zu kleinen Pfarrhof kurzerhand abreißen und erbaute mit großer Unterstützung der sehr gläubigen Bevölkerung 1784 Kirche und Pfarrhof neu. Von dieser vierten Kirche, die in der Nacht des 30. Mai 1883 mit einem Großteil von Enchenreuth ein Raub der Flammen wurde, ist nur bekannt, dass sie im barocken Stil erbaut war und einen 38 mtr. hohen Zwiebelturm mit fünf Glocken hatte.

Nach einem erneuten Brand im Frühjahr 1883, begann im selben Jahr der Wiederaufbau der 5ten und jetzigen Kirche. Diese wurde im neugotischen Stil erbaut und konnte am 27. September 1885 eingeweiht werden. Der Turm hat eine Höhe von 36 m. Im Turm befinden sich vier Glocken. Die größte von ihnen ist dem Patron der Kirche, den Hl. Jakobus geweiht, dann folgt St. Katharina, St. Johannes und St. Barbara. Sie stimmen in den Tonlagen Fis, A, H und Cis.

Im Kircheninneren thront der Kirchenpatron St. Jakobus ganz oben im reichverzierten Hochaltar. Links und rechts darunter sehen Sie die Heiligen Barbara und Katharina. Zwei Bilder am Fuß des Hochaltars symbolisieren zur linken die unerschütterliche Liebe Vater Abrahams zu Gott, die ihm selbst über dem eigenen Sohn steht. Im zweiten Bild bringt der Hohepriester und König von Salem, Melchisedech, Gott Brot und Wein als Dankopfer dar. Die beiden Seitenaltäre sind der Gottesmutter und dem heiligen Wendelin geweiht.

Die Zunftstäbe oder auch die Stangenheiligen genannt, sind eine Kleinod und eine Rarität. Sie zeigen – den heiligen Markus, den Schutzpatron der Maurer, - den heiligen Crispin als Patron der Gerber und Sattler, - den heiligen Josef als Patron der Zimmerleute und Schreiner, - den heiligen Nikolaus von Myra als Patron der Weber und Tuchmacher, der Bäcker und Schiffsleute, - den heiligen Wendelin, Patron der Landwirte und Beschützer der Tiere sowie den heiligen Rochus aus Montpellier in Frankreich als Patron gegen ansteckende Krankheiten. Der siebte Stab, der später angefertigt wurde, zeigt unseren Kirchenpatron, den heiligen Jakobus den Älteren, den das christliche Volk als Patron der Feldfrüchte verehrt. Wie bekannt war er ursprünglich galiläischer Fischer, Sohn des Zebedäus, Bruder des Johannes und gehörte mit Petrus zur engeren Apostelschar Christi. Sein Grab befindet sich in Santiago de Compostella im Nordwesten Spaniens.

Mit Herrn Pfarrer Kalluri wirkten seit 1553 insgesamt 54 Pfarrherren hier in Enchenreuth. Am längsten Pfarrer Ludwig Schwarz in der Zeit von 1948 bis 1994, also 46 Jahre. Fünf Söhne der Pfarrei wurden zu Priestern geweiht: Pfarrer Götz von Löwenrath 1690, sein Primizkelch ist heute noch in der Pfarrei vorhanden, Pfarrer Andreas Gareis um 1870, Pfarrer Johann Schmitt 1875, Päpstlicher Legationsrat Prof. Dr. Dr. Rüdiger Feulner 1995, der zur Zeit an der Apostolischen Nuntiatur in Berlin tätig ist und Pfarrer Günter Seel 1996, der gegenwärtig als Pfarrer in Buttenheim die seelsorgerische Verantwortung trägt.

Die Pfarrei heute

Aufgrund des zunehmenden Priestermangels wurde die Pfarrei Enchenreuth nach dem Tod unseres langjährigen Seelsorgers Pfarrer Schwarz im Jahr 1994 unter die Administration von Herrn Pfarrer Günther Straub aus Helmbrechts gestellt. Bis zur Gründung unseres Pfarreienverbund „Sankt Heinrich“ im Jahr 2006 wurde die Pfarrei von den Kaplänen Werner Fortuna und Harald Munsser betreut, die auch noch in unserem Pfarrhaus wohnten. Am 01. September 2008 wurde Pater Mariadas Kalluri bis 2015 unser neuer Seelsorger. Ab dem 01. September 2015 Pfarrer Alexander Brehm.

Der Geburtenrückgang und die Abwanderung aus unserem strukturschwachen Gebiet zeigen sich auch in unserer Pfarrgemeinde deutlich. Heute gehören noch ca. 700 Katholiken der Pfarrei Enchenreuth an.

Trotzallem wird in Enchenreuth Kirche und christlicher Glaube gelebt. Neben den regelmäßigen Gottesdiensten möchten wird Sie noch auf einige Höhepunkte unseres Kirchenjahres aufmerksam machen:

Fronleichnam

An Fronleichnam und dem darauffolgenden Sonntag wird in zwei feierlichen Prozessionen das Allerheiligste und die heilige Familie durch die Ortschaft und durch die Flur getragen. An jeweils vier Altären bzw. vier Kapellen werden die Evangelien gebetet. Beginn ist jeweils 8.30 Uhr mit dem Hochamt und anschließender Prozession.

Fußwallfahrt nach Marienweiher

Im September findet unsere eintägige Wallfahrt zur Basilika nach Marienweiher statt. Die Wallfahrt reicht bis in das Jahr 1603 zurück, an dem sich die Enchenreuther aufgrund der ausgebrochenen Pest nach Marienweiher „verlobten“ und ist somit eine der ältesten Wallfahrten zur Gottesmutter. Die Wallfahrt beginnt früh um 5.45 Uhr an der Kirche. Die einfache Wegstrecke beträgt 12 km. Eine Rückfahrt mit dem Bus ist möglich.

Wir würden uns freuen, Sie bei uns in Enchenreuth persönlich begrüßen zu dürfen. Zu unseren Gottesdiensten und kirchlichen Festen, aber auch zum Kennenlernen unserer Gemeinde, möchten wir Sie sehr herzlich einladen!